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Protalente-Salzburg feiert seinen 25. Geburtstag

Nach 25 Jahren wurde am 29. März in Salzburg Bilanz gezogen. Der älteste Verein zur Förderung hochbegabter Schüler/innen in Österreich feierte in der Bankhalle des Raiffeisenverbandes Salzburg mit 120 Gästen.

 

Protalente-Salzburg wurde 1986 von Gerhard Schäffer (damaliger LSR-Präsident in Salzburg und ÖVP-Bildungssprecher) gegründet, um einen bildungspolitisch weißen Fleck von der Landkarte zu tilgen. Der erste Schulversuch zur Hochbegabtenförderung  wurde von Seiten des Landesschulrates initiiert. Aus 200 Interessent/innen wurden für zwei ehrgeizige Enrichmentprojekte (Dauer 2 Jahre) 36 Schüler/innen der 10. und 11. Schulstufe der AHS/BHS ausgewählt und zur Teilnahme eingeladen. Dieses Projekt wurde damals wissenschaftlich begleitet und von den 32 Absolvent/innen dieser Kurse konnten 23 Jahre danach mit einer Ausnahme alle wiederbefragt werden (siehe Beitrag E. Beierl).

 

Die Hälfte der Absolvent/innen konnte auch zur Feier nach Salzburg kommen und präsentierte sich als Gruppe 86 (hier im Bild mit LH Burgstaller und den sechs ehemaligen Tutoren). Dies ist bemerkenswert da - mittlerweile vielfach in Toppositionen – sie über alle Kontinente und Länder Europas verstreut sind.

 

Dieses mutige Projekt lud 1987 zu höheren Zielen ein:

Es wurde die erste Sommerakademie für hochbegabte Schüler/innen in Michaelbeuern durchgeführt und um Mitgliedschaft im Weltverein „World Council for Gifted and Talented Children“ angesucht. Auf der Weltkonferenz in Salt Lake City lernte ich als erster österreichischer Teilnehmer mit H. Wagner, F. Mönks, K. Heller, J. Freeman und N. Maier die damaligen Meinungsträger der internationalen Forscher/innen persönlich kennen. Sie alle sollten in den folgenden Jahren nach Österreich und auch zu uns nach Salzburg kommen. Als Trademark gilt heute noch die Durchführung der 1. Europäischen Konferenz: „Needed! The Gifted“ im Kongresshaus Salzburg, die ich organisieren durfte. Gerhard Schäffer begrüßte unter den 650 Teilnehmerinnen aus 35 Ländern auch drei Minister/innen und während vor dem Kongresshaus demonstriert wurde, äußerte sich drinnen H. Hawlicek durchaus positiv.

 

In den neunziger Jahren wurde unter dem Namen „Pluskurse“ der Enrichmentbereich ausgebaut und die Sommerakademie mit Unterstützung von Land und Bund in Obertrum institutionalisiert. Nationale und internationale Größen waren unter den Referant/innen. Bislang wurden 6000 Schüler/innen in unseren Programmen erfasst, von 150 Lehrer/innen betreut und neben dem Landesschulrat (Unterstützung durch Werteinheiten) wurden von Seiten des Vereines 400.000€ in Projekte und vereinzelt in Stipendien oder Reiseunterstützungen investiert.

 

Mit Freude konnten wir sehr rasch beobachten wie in allen österreichischen Bundesländern ähnliche Vereine gegründet wurden und – im Rahmen eines positiven Wettbewerbes – uns überflügelten. Das gilt m. E. speziell für OÖ und NÖ. Der Sache insgesamt tat das gut und daher war die Gründung eines nationalen Zentrums nur logisch: Es war mit Gerhard Schäffer unser Obmann, der dies 1999 realisierte und mit E. Gehrer vereinbarte, dass der Sitz in Salzburg sein sollte. Eine unglaubliche Aufwertung seiner bisherigen Tätigkeit!

 

In dieser Phase war es für den Salzburger Verein gar nicht so einfach neben der stetig wachsenden Mutter Kontur zu behalten und es war daher logisch im Rahmen des heurigen Jubiläums mit neuem Namen „Protalente-Salzburg“, neuem Logo und neuer Homepage in Form einer Pressekonferenz auf seine Produkte und Möglichkeiten aufmerksam zu machen.

 

Somit wurde ein neuer Vorstand 2011-2014 bestellt (im Bild mit LH Burgstaller) und Kontakt zu neuen Sponsoren und Ideengebern geknüpft. Vor allem scheint die Zusammenarbeit mit den vielen Ex-Schüler/innen Früchte zu tragen. Weiters kündigt sich (wiederum war G. Schäffer Initiator) ein neuer Lehrstuhl für Hochbegabtenförderung an der Universität Salzburg an, und wir freuen uns auf diese Zusammenarbeit.

 

Im Rahmen unseres Festes bekundete mit der sechzehnjährigen B. Neureither eine noch junge Gymnasiastin aus Salzburg eindrucksvoll Österreichs erste Astronautin werden zu wollen (die Simulation eines Weltraumausfluges bei der NASA in Huntsville, Alabama hat sie schon hinter sich). Wir konnten als Verein diese Reise unterstützen.  Die Medien waren voll davon und Protalente unter neuem Namen rascher bekannt als gedacht. Also gehen wir positiv in die nächsten Jahre und danken „News&Science“ über diesen Optimismus berichten zu dürfen.

 

Grüße auf diesem Wege noch an alle Weggefährt/innen der letzten 25 Jahre.

 

Gerhard Pusch

 

 

Der Author hat die Salzburger Begabtenprojekte als Mitarbeiter im Landesschulrat, als Schriftführer des Salzburger Vereines und als Geschäftsführer des özbf von 1999-2004 begleitet und war über 10 Jahre Delegierter Österreichs zum World Council für Gifted an Talented Children.